Interview mit Festivalgründer Bernhard Steinkühler

Stell dich doch kurz vor.

Mein Vater – ein Fremdenlegionär – meine Mutter aus Nord-Afrika: Das zusammen ergab den Menschen Bernhard Steinkühler. Ich bin in Hagen-Hohenlimburg geboren und wohne noch immer dort. Mit Fach-Abitur und Studium habe ich es heute bis in die Filmbranche geschafft. Mein Sohn Dustin hat mich vor 6 Jahren dazu inspiriert; meine Tochter Dajana ist ebenfalls ab und an bei Filmaktivitäten involviert. Nachdem ich 2013 zum Filmfestival Direktor und Gründer mutierte, gründete ich noch den Kultur- und Filmförderverein Hagen in Westfalen e.V. Mein Alter verrate ich nicht, aber meine Hobbys: Da wäre an erster Stelle natürlich das Eat My Shorts-HAGENER KURZFILMFESTIVAL. Dann fröne ich meiner zweiten Leidenschaft als Mitglied des BVB dem Fußball. Meine Familie – sie spielt bei allen meinen Hobbys immer mit. Wer jetzt mehr von mir erfahren möchte, der möge mich persönlich ansprechen. Am besten beim Filmfestival oder bei der After-Show-Party.

 

Wie bist du zu der Idee gekommen ein Kurzfilmfestival in Hagen zu gründen?

Die Idee erfasste mich, nachdem mein Sohn Dustin sich zum Filmemacher ausbilden ließ. Sein erster Kurzfilm „Regenbogen“ sollte einem Publikum in einem kleinen Kino in Hagen präsentiert werden. Die Auswahl ergab das 70 personenfassende Kino in der Pelmke. Das vollbesetzte, kleine Theater inspirierte mich, bei Dustins nächstem Kurzfilm ein größeres Filmtheater auszuwählen. Es war das 200 besucherfassende Kino im CineStar in Hagen mit dem Film „Killing Chris“. Das Kino war wieder voll besetzt. Nachdem nun der 3. Film von Dustin anstand – „Kreuzungen“ –, der nun in die Kategorie „mittellanger Film“ (35Min.) gehörte und dieser beim renommierten deutschen Filmfestival Max-Ophüls in Saarbrücken nominiert wurde, fand ich den Entschluss Ähnliches aufzuziehen, wie ich es im Saarland erlebt hatte. Ein Filmfestival. Ein Anfang in Hagen. Es war ein Versuch, der bis heute zum 6. mal erfolgreich seine Bahnen zieht. Ein Kurzfilmfesttag mit Prominenten und eine Plattform für junge Filmemacher.

 

Wen möchtest du mit dem Eat My Shorts erreichen?

Die Erreichbarkeit mit dem Eat My Shorts-Hagener Kurzfilmfestival endet nicht nur bei einer einzigen Klientel. Am liebsten wären mir alle Schichten und jedes Alter aus unserer Gesellschaft. Die Realität sieht aktuell noch etwas anders aus, aber es entwickelt sich. Viele Schichten vom Arbeiter bis zum Firmenchef sind als Kinobesucher zugegen. Mein Ziel wäre noch, das heranwachsende, junge Publikum noch mehr zu begeistern. Wir sind aber mit dem Filmfestival diesbezüglich auf dem richtigen Weg. Des Weiteren ist einer meiner Zielsetzungen erreicht: Aus einem Tag mittlerweile 3 Tage Eat My Shorts zu installieren.

 

Was macht das Eat My Shorts so besonders?

Das Besondere am „Eat My Shorts-HAGENER KURZFILMFESTIVAL“ ist nicht mit einem Satz erklärt, weil es eben mehrere Besonderheiten gibt. Im Vergleich zu vielen anderen Kurzfilmfestivals findet z.B. ein Eröffnungsfilm statt. Zudem an einem Tag eine geballte Ladung an Höhepunkten, z.B. 6 bereits nominierte Kurzfilme und Fingerfood für jeden Gast in der Pause. Die Preisverleihung bewertet durch eine sehr prominente und kompetente Jury und nicht allein durch das Publikum. Es gibt monetäre Förderungen bis zum 3. Platz. Es werden vormalige Gewinner eingeladen und im Rahmen der Nachhaltigkeit geschaut, wie sich die Filmemacher weiterentwickelt haben. Gleichzeitig bekommen sie auch noch einmal eine kleine finanzielle Unterstützung. Außerdem das besondere „HAGENER FENSTER“: Hier werden lokale Filmemacher gekürt. Ein weiteres, besonderes Highlight ist die jährliche Verleihung des Darsteller-Ehrenpreises für besondere Leistungen im TV und Filmgeschäft. Am letzten Tag treffen sich dann Jurymitglieder, die nominierten Filmemacher, Produzenten, Regisseure und Drehbuchautoren zum filmischen Austausch. Nicht zu vergessen die legendäre After-Show Party in der Lokalität „Auf´m Kamp“ in Hagen.

Wie hat sich das Eat My Shorts in den letzten Jahren weiterentwickelt?

Wie sich das Eat My Shorts in den letzten Jahren weiterentwickelt… Zum Beispiel von anfänglichen 70 Zuschauern auf mittlerweile 434 Kinobesuchern mit über 30 Sponsoren aus u.a. Hagen und Düsseldorf. Ohne diese filmaffinen Menschen gäbe es kein Filmfestival. Im Jahr 2013 waren es noch 40 eingereichte Filme, heute sind es i.d.R. über 200. Am Anfang war nur die heimische Westfalenpost zwecks Berichterstattung über das Filmfestival zugegen. Heute summieren sich die Berichterstatter auf TV-Sender, BILD, Radio Hagen, WDR 2 u.v.m. Auch von der Jury wird das Filmfest hochgelobt – und zwar so, dass auch Institutionen wie der RVR (Regionalverband Ruhr) und das Land NRW uns als finanzielle Förderer unterstützen. Auch die Jury wird immer interessanter: Namen spielen natürlich immer eine „Rolle“, da sie nun mal werbewirksam sind. Damit kann das Eat My Shorts ebenfalls punkten.

 

Welche Ziele möchtest du mit dem Kurzfilmfestival in Zukunft erreichen?

Es soll qualitativ sich weiter steigern – so wie wir 2017 einen Film zeigen konnten, der dann bei den Oscars 2017 nominiert war. Es soll keine Ausweitung der Kinobesucherzahl stattfinden. Am Ende soll es da hochwertigste Kurzfilmfestival in NRW werden. Der Bekanntheitsgrad soll so hoch sein, dass sich jeder ärgert, der nicht dabei sein konnte.

Wie gestaltet sich die Planung für ein solches Event?

Die Planung gestaltet sich als „One man Show“ als sehr aufwendig. Alleine um die mittlerweile ca. 50.000€ an Sponsorengelder zu bekommen, ist sehr zeitintensiv, obwohl sich immer mehr Unterstützer finden, die sich an diesem Großereignis für Hagen beteiligen wollen. Um eine kompetente Jury zu bekommen bedarf es ebenfalls viel Zeit, Glück und Geduld. Das Gleiche gilt für die Interpreten während der After-Show-Party. Das Marketing (Internet, Kinobesucher akquirieren, Technik, Sponsorenbetreuung, Medienkontakte u.v.m.) wird 2018 von dem Unternehmen „überRot GmbH“ mitbetrieben. Nun, bisher hat sich das aufwendige Engagement gelohnt: Mit dem Ergebnis einer großartigen Veranstaltung, auf die ich sehr stolz bin.

 

Welcher Antrieb steht hinter dem Eat My Shorts?

Mein Antrieb für die Gestaltung des Eat My Shorts-Hagener Kurzfilmfestival bedingt sich aus meiner früheren Tätigkeit als Pharmareferent. Hier hieß die Parole: Qualität verkaufen! Hinzu kam die schon angesprochene Beziehung und Tätigkeit meines Sohnes zum Film. Damit war der Anfang gemacht. Und solange die beiden Kinos ausverkauft sind, die Filmemacher genug Filme einreichen, unsere Sponsoren Ihre Vorteile beim Filmfestival erkennen und uns unterstützen, wird es aus eigenem Antrieb weitergehen.

 

Was bedeutet das Festival für dich persönlich?

Das Filmfestival ist für mich eine Aufgabe, die mir natürlich immer noch Spaß bereitet: Die Kontakte zu Menschen aller Couleur. Die positiven Signale meiner Mitmenschen. Anders ausgedrückt: Das Lob motiviert mich. Kritik lässt sich nicht immer vermeiden, aber sie sollte konstruktiv sein.

 

Danke!

Wir sehen uns.

Die besten Grüße

Bernhard